21. November 2011

Schöne Bescherung!

NotizrecorderZu unseren regelmäßigen Beschäftigungen gehört die telefonische Beratung von Kunden, die sich eigentlich bereits anderweitig mit “Diktiergeräten” und Spracherkennung versorgt haben. Kurz zusammengefasst lautet der Tenor der Anrufer oft: “Ich habe bereits ein Diktiergerät, es macht aber nicht was es soll.” Das erworbene Equipment fristet dann sein Dasein nach den ersten Gebrauchsversuchen in irgendeiner Schublade und man nimmt sich vor, sich beim nächsten Kauf dann doch lieber vom Fachhändler durch den Dschungel digitaler Aufzeichnungsgeräte leiten zu lassen. Aber man wollte doch nur diktieren und womöglich das Gesprochene in Text umsetzen lassen.

Dabei tragen die Hersteller selbst ihren Teil dazu bei, dass der Kunde Technik erwirbt, die zwar für eine seit Jahrzehnten bekannte Arbeitsweise gemacht scheint, sich in der Praxis aber schlichtweg nicht nutzen läßt: So preist der Platzhirsch für Spracherkennungssoftware, NUANCE, unter dem Namen “Dragon Naturally Speaking Premium Mobile” und einer Reihe griffiger Schlagworte beispielsweise ein kostengünstiges Paket aus der eigenen Spracherkennungssoftware und dem PHILIPS Digital Voice Tracer 662 an. Bundles der OLYMPUS  Notizrecorder WS-100, WS-650S, VN-8500PC, VN-5500PC oder des  SONY den ISD SX 850 mit der Spracherkennung von NUANCE legten nahe, dass die Entscheidung für das optimale Werkzeug zur Sprachverarbeitung ganz einfach sei. Eigentlich bedurfte es damit nur noch des Vergleichs auf billiger oder idealo.de…

Nein, kritischere Kunden, die sich anhand der Herstellerinformationen aus den Dutzenden kleiner Aufnahmegeräte mit kryptischen Modellbezeichnungen und oft asiatischer Provenienz selbst das Passende herauszufinden bemühten, hatten kaum bessere Chancen. Erschlagen von Anpreisungen wie “mobil diktieren”, “qualitativ hochwertige Aufnahmen” und “großzügige Speicherkapazitäten” wurde allzuoft zugegriffen und – ein paar Wochen später bei uns angerufen, um etwas zu erwerben, mit dem man tatsächlich unterwegs Diktieren und womöglich zuhause in Text umsetzen lassen kann.

Denn allen diesen Notiz- und Voice-Recordern, Notetakern und sogenannten “Diktiergeräten” ist eines gemeinsam: Man kann damit nicht tun, was man schon vor drei Jahrzehnten mit einem einfachen analogen Diktiergerät tat: Bei voller Konzentration auf den Text diktieren. Es fängt damit an, dass bei vielen dieser Geräte “Rückspulen und Übersprechen” unmöglich ist. Es geht damit weiter, dass Tasten doppelt belegt sind und — man ist sich des aktuellen Gerätemodus’ oder vielmehr der Belegung im aktuellen Modus nicht jederzeit hundertprozentig bewußt — ein intuitiver Druck zu unerwarteten Ergebnissen führt. Wenn man denn überhaupt drücken kann — auf Tasten, die so fitzelig sind, dass sie den Namen kaum verdienen. Kinderhände mögen damit noch umgehen können; in der Brusttasche eines Seidensticker Hemdes verschwinden die schick designten Produkte ohne aufzutragen. Nur dem Diktierenden wird diese Art der Miniaturisierung eben nicht gerecht.

Insbesondere in Bezug auf Spracherkennung ist ein solches Gerät natürlich Unfug. Die Erkennungsprogramme erreichen eine besonders hohe Trefferquote, wenn man als Autor in einem angepaßten Duktus spricht, Satzzeichen diktiert, den Abstand zum Mikrofon möglichst konstant hält. Diese Erfordernisse sollte man neben seinem Text im Kopf haben. Wenn dazu als dritte Ebene auch noch die Eventualiäten bei der Bedienung des Diktiergeräts treten, sind unsere Fähigkeiten zum Multitasking längst ausgereizt. Außerdem: Während man einer Sekretärin zur Not noch mitdiktieren kann, dass der soeben gesprochene Satz einen Fehler enthält, setzt eine automatische Spracherkennung stur das um, was gesprochen wurde. Und ohne Korrekturmöglichkeiten sind das bei einem halbstündigen Diktat auch des besten Vieldiktierers eben auch eine ganze Menge Fakten- und Grammatikfehler, Versprecher, Aussetzer und Räusperer. Allesamt hintereinanderweg in eine Datei gebannt. Stellen Sie sich nur einmal vor, Ihr “Word” ließe keine Verbesserungen zu…

Kurzum: Sie haben also etwas erworben und nutzen es nicht, weil es nicht macht, was es soll? Wir werden gemeinsam mit Ihnen ein Diktiergerät oder eine Kombination mit Spracherkennung herausfinden, die tatsächlich ihren Anforderungen entspricht. Und um Ihnen den Ärger ein wenig zu mildern, machen wir Ihnen zum Jahresende ein Angebot, sich von den vorschnell erworbenen “Altlasten” zu trennen:

Wenn Sie bei uns ein professionelles digitales Diktiergerät DS-5000, DS-5000ID, DPM-9600/9620 erwerben, geben wir Ihnen für Ihren alten digitalen Notizrecorder 100 EUR.

Wenn Sie bei uns eine Kombination aus einem der o.g. Diktiergeräte und der Spracherkennung Dragon Naturally Speaking Professional, Legal oder Medical erwerben, geben wir Ihnen für Ihre Kombination aus digitalem Notizrecorder und Dragon Naturally Speaking Premium oder Preferred sogar 200 EUR.

Und wo sonst werden Sie dafür bezahlt, wenn Sie aus Erfahrung lernen?

21.11.2011

DAZ Diktiertechnik

12. September 2011

Diktate am Schnürchen

Olympus DiktiermikrofoneDiktiermikrofone haben zu modernen Handdiktiergeräten wie dem DS-5000 oder dem DPM-9600 ein Verhältnis wie das gute alte Festnetztelefon zum Handy: Weitab vom Hosentaschenformat verströmen sie den Charme der fünfziger, sechziger Jahre. Sie mögen mit den besten Wünschen global-ästhetisierender Designer auf den Weg gebracht sein — in der Vorstellung stolpert man stets über ein schwarzes Kabel. Und über die desillusionierenden Synonyme “Knüppel”, “Banane”, “Knochen”, mit welchen der Senior der Kanzlei sein Arbeitsgerät jahraus, jahrein bezeichnete, bis sie auch der Junior übernahm.

Zugegeben, seit etwa 15 Jahren verzeichnet PHILIPS die besten Erfolge bei der Ausmerzung der liebevoll-despektierlichen Gerätebezeichnungen. SpeechMikes heißen Diktiermikrofone seitdem, sind nicht mehr mit der analogen Tischstation sondern mit einem PC verbunden. Sogar das Kabel ist beim neuesten Modell — dem SpeechMike Air — entbehrlich geworden. In diesem Fall wandert die Autorenstimme via Bluetooth ins digitale Bandlaufwerk. Aber das ist die Ausnahme. Den Großteil seiner SpeechMikes verkauft der Marktführer dieser Geräteklasse kabelgebunden. Um die 8.000 Stück dürften es jährlich allein in Deutschland sein.

Solche Zahlen lassen sich mit gewohnheitsmäßigen Anwendern, deren Geburtsjahr vor der Mitte des letzten Jahrhunderts liegt und die deshalb einen Bogen um die schicken Handdiktiergeräte machen, kaum erklären. Auch ein Kauf auf Grund bloßer Produktverfügbarkeit ist bei professionellen Verwendern, die ein unentbehrliches Arbeitsmittel mit hoher Aufmerksamkeit erwerben, auszuschließen. Weshalb also greifen vergleichsweise viele Autoren zum zum Diktiermikrofon statt zum mobilen Diktiergerät?

Teilweise läßt sich das mit dem Vorgang erklären, den das Diktieren selbst darstellt. Wir haben an dieser Stelle des öfteren betont, dass wir das Diktieren für eine Fertigkeit mit einem besonderen sozio-kulturellen Hintergrund halten. Jedermann hat nie diktiert. Jedermann konnte auch nie diktieren — schon weil das Abfassen eines Diktats, im Gegensatz zum akustischen Memo, die gedankliche Leistung erfordert, das Auszudrückende in Bezug auf das Ausdrucksziel weiträumig vorzuformulieren und zügig auszusprechen. Professionelle Autoren können das quasi druckreif. Aber nur wenige können es auch noch in jeder Lebenslage, zu jeder Zeit und an jedem Ort, auch nicht mit jedem Gerät.— iPod & Co. sind unserer Meinung nach dafür derzeit bei weitem noch nicht so geeignet wie manch wohlmeinende Besprechung glauben macht.

Routinierte Diktanten kommen selbstverständlich mit den mobilen DS-5000 oder DPM-9600 bestens zurecht. Es sind Spezialgeräte, die einzig und allein zum Zwecke des Diktierens entwickelt wurden und zudem noch den Mehrwert der Beweglichkeit bieten. Das mag die Bewegung des Autors zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen betreffen oder auch das Auf- und Abgehen während Diktats, bei dem manch einer sich besser konzentrieren kann. Oftmals wird diese Konzentration aber auch mit dem Niederlassen auf dem angestammten Arbeitsplatz erreicht: Man blickt auf die Tastatur, den Bildschirm, die Akte, das gerahmte Familienfoto, verliert die Fokussierung — und die Konzentration ist da. In diesem Falle benötigt man die preisaufwendigeren Handdiktiergeräte selbstverständlich nicht. Aber auch das ständige Nachschlagen in Quellen, die Begutachtung von bspw. Röntgenbildern oder die Nutzung der Online-Spracherkennung sprechen gegen Bewegung und für Diktiermikrofone. Auf Grund des entfallenen Miniaturisierungszwanges warten die nämlich haptisch mit dem größten Komfort aller Geräte zur Spracheingabe auf: Man kann sie wirklich ANFASSEN. Die Tastknöpfe und Schalter sind groß und befinden sich nicht nur in werbe-ergonomischen Abständen zueinander, sondern in den für die menschliche Hand tatsächlich geeigneten. Nach 3, 4 Stunden Diktat weiß man das zu schätzen, bei 20 Diktatstunden wöchentlich gerät man in die Beratungsresistenz gegenüber kleineren Geräten und liebt seinen “Knochen”. Siehe oben.

Die verschworene Gemeinschaft der ”Hardcore-Diktanten” hat der Hersteller OLYMPUS schon seit längerem im Auge. Mit den DIRECTREC DR-1000 und DR-2000 wagte man vor vielleicht 3 Jahren einen ersten, durchaus respektierlichen Ausflug in die angestammte Domäne von PHILIPS. Aktuell fordert man den Platzhirsch viel vehementer heraus. Gleich 4 Modelle sind ab sofort verfügbar, die sich in Bezug auf Bedienelemente und Aufsteckoption unterscheiden, mit und ohne die hervorragende Diktatverwaltungssoftware DSS Player Pro zu haben sind: DR-2300, DR-2200, DR-2100 und DR-1200.

Die optische Anmutung dieser Geräte ist unserer Meinung nach auffallend gut: Das gelungene Retro Design spielt mit zwei wertigen silber-grauen Tönen, die Bedienelemente sind in noch dunklerem schwarz-grau oder aber silbern abgesetzt. Auch haptisch hat man sich offensichtlich hohen Maßstäben verschrieben: Die neuen Mikrofone liegen gut in der Hand und haben das notwendige Gewicht für Steuergeräte, an denen man Drücken und Schieben muß. Der Schiebeschalter ist — wie bei OLYMPUS üblich — hervorragend gearbeitet. Er hat eine praktisch ausgeformte Daumen-Noppe, ist leichtgängig, geräuscharm und rastet präzise ein. Der Trackball, mit dem 3 Modelle ausgestattet sind, ist aus Vollmetall, läßt sich leicht und doch mit dem erforderlichen Reibungswiderstand bewegen, so dass präzise Cursorbewegungen auf dem Bildschirm möglich sind. Die neben dem Trackball befindlichen Tasten sind gut zu erreichen und sprechen eindeutig an. Der aufzubringende Druck ist klar definiert, die taktilen Rückmeldungen überaus angenehm. Das gilt übrigens für alle Tasten im Bereich der oberen zwei Drittel der Modelle. Etwas schwieriger ist der Zugriff auf die 4 Funktionstasten im unteren Drittel der Geräte: Hier muß u.U. umgegriffen werden, um sie auszulösen. Sofern diese Notwendigkeit besteht, wird sie allerdings gut durch eine Auswölbung auf der Rückseite unterstützt, die dem Abrutschen der Hand entgegen wirkt. Das ist ein annehmbarer Kompromiß. Mit der fünften Funktionstaste können wir uns dagegen kaum anfreunden. Sie liegt, wie schon beim DR-2000 auf der Rückseite des Geräts, jedoch fast schon in die bereits genannte Wölbung versenkt. Das ist unhandlich, weil es bei abwechselnden Druckbewegungen auf Ober- und Unterseite durchaus zu Fehlbedienungen kommen kann. Wirklich auszuschließen ist das nur durch die Belegung der fünften Funktionstaste mit einem Befehl, der außerhalb des Diktatprozesses steht oder diesen abschließt.

Soweit zur Hardware. Unsere Tests erzeugten akustisch saubere und für Spracherkennungsprogramme einwandfreie Aufnahmen, die wir uns wahlweise auf dem PC/Mac oder über die in die DR-Geräte nunmehr vorderseitig gebauten Lautsprecher anhören konnten. Aber die Software: Der Device Configuration Manager, der zu jedem DIRECTREC gehört und bspw. für die Einstellung der vorgenannten Funktionstasten für die Zusammenarbeit mit Dragon Naturally Speaking zuständig ist, wird von OLYMPUS derzeit nicht ausgeliefert. Zu viele Fehlfunktionen! Auch der DSS Player Pro, der die Diktatverwaltung der Wahl für die Mikrofone wäre, erkennt deren Tastenbedienungen nur rudimentär. Mit dem USB Port gibt es schwerwiegende Probleme: Einmal werden die Geräte erkannt, ein anderes Mal nicht; ein Neustart des Rechners führt nicht in jedem Fall zur gewünschten Gerätenutzung. Wir kennen bessere Spielwiesen als die Systemerweiterungen von Bürorechnern — und funktionierende OLYMPUS Geräte zuhauf…

Dies bleibt denn auch der Trost: Dass der Hersteller schnellstmöglich seine Software nachbessert und den neuen Diktiermikrofonen so zum möglichen Erfolg im Wettbewerb verhilft. Die Vieldiktierer würden es ihm wahrscheinlich danken.

DAZ Diktiertechnik

13. Mai 2011

Frühjahrsofferte: Digitale Diktiertechnik ganz einfach

Digitale Diktiergeräte, meint man, brauchen den PC. Tatsächlich sind die DS-5000 oder DPM 9600 die Antworten so traditionsreicher Diktiergerätehersteller wie OLYMPUS und PHILIPS auf den Personalcomputer und ein verhaltener Schritt Richtung Mobile 2.0. Aktuelle Diktiergeräte beziehen ihren Mehrwert zweifelsfrei aus der Verbindung mit einem Rechner. Die Verteilung von Diktaten, die Nachbearbeitung, die Archivierung, um nur einige Beispiele herauszugreifen, erreichen ein neues, Zeit, Kosten und Nerven sparendes Niveau, wenn das Diktiergerät an Desktop oder Laptop hängt. Aber es geht auch anders. Es muß sogar anders gehen.

Die Zwangsheirat zwischen digitalem Diktiergerät und dem, was mit summendem Lüfter auf oder unter dem Tisch steht, trifft in mindestens drei Fällen auf begründeten und scheinbar unüberwindbaren Widerstand.

Dabei handelt es sich zum einen um Sicherheitsbedenken gegenüber speicherfähigen Kleingeräten, die mit einem Rechnernetz verbunden werden. Der USB Port, den zeitgemäße Diktiergeräte zum Datentransfer bevorzugen, kann inzwischen nicht mehr nur der unerlaubten Abfuhr von sensiblen Daten dienen. Er fungiert auch als Einfallstor für Schadsoftware und wird von daher in einer wachsenden Zahl von vor allem größeren Unternehmen und Einrichtungen gesperrt.

Der zweite Fall verhinderter digitaler Gemeinschaft beruht auf der Inkompatibilität der verwendeten Computer und/oder Betriebssysteme mit den Diktiergeräten oder auch der ausschließlichen Verwendung von Workflow-Software, für die keine Integration von Diktierlösungen vorliegt. Rechner, auf denen Linux läuft, oder IT-Systeme der Justiz sperren sich der digitalen Sprachverarbeitung häufiger. “Wir würden ja gern,” sagen die potentiellen Nutzer der neuen Peripherie “aber es geht nicht.” Allzu schnell verabschiedet man sich von den hochspezialisierten Geräten zur Spracheingabe. In der Wartestellung auf eine nächste Gerätegeneration kann man ja weniger spezialisierte Geräte wie bspw. Headsets testen oder sich mit anderen unerledigten Hausaufgaben in der IT-Infrastrukur befassen.

Die dritte Fallgruppe will das ganz bestimmt nicht. Wir zumindest beobachten, dass es eine nicht unerkleckliche Zahl von Autoren gibt, die sich der Anbindung des Diktiergeräts an den PC aus reinem Pragmatismus sperren. “Wir wollen lediglich diktieren.” lautet deren Credo. Klammer auf: “Diktate muß man nicht nachbearbeiten oder archivieren. Und beim eventuellen Transport zur Sekretärin kann ich mir wenigstens einmal die Füße vertreten oder den Knopf an der Kaffeemaschine drücken.” Für diese Gruppe konservativer (???) Autoren haben wir an dieser Stelle schon öfter eine Lanze gebrochen, zuletzt mit dem DS-5000 simple. Dabei geht es uns nie um Maschinenstürmerei, denn selbstverständlich macht die Verschmelzung des digitalen Workflows mit Diktiergeräten einen Sinn. Aber der Anwender entscheidet. Er sorgt für die für ihn optimale Lösung, wenn man sie ihm zuvor bekannt gemacht und erläutert hat.

DockingStation Olympus DS-5000Aus diesem Grund halten wir — im übertragenen Sinne — die Dockingstation des DS-5000 noch einmal für all diejenigen hoch, die ein professionelles Diktiergerät fernab vom PC betreiben wollen. Diese, im DS-5000 Standard Package befindliche Station ist auf der Rückseite mit einer Buchse zum Anschluß eines Fußschalters versehen. Schließt man den an, kann man, auch das ist erwähnenswert, Aufnahmen mit dem Gerät via Fußpedal steuern. Vor allem aber kann man sie so auch wiedergeben und über den eingebauten Lautsprecher oder einen Ohrhörer abhören — nicht anders als mit klassischen analogen Schreibstationen. Eine gangbare Alternative stellt das PHILIPS DPM 9750 dar, welches anstelle von Kassetten SD Karten von PHILIPS Diktiergeräten ausliest und wiedergibt. Aber die OLYMPUS Lösung ist eleganter, kleiner und preiswerter. Daher küren wir sie zur Frühjahrsofferte: Ein hochwertiges Diktiergerät mit von uns angepaßten Einstellungen* für den Einsatz als pc-lose Schreibstation, inklusive Fußschalter und Einohrhörer.

*Wir verändern die werkseitigen Einstellungen des DS-5000 so, dass es “out-of-the-box” optimal als pc-lose Schreibstation funktioniert. Natürlich können die von uns vorgenommenen Einstellungen mittels der optional erhältlichen Herstellersoftware problemlos verändert oder widerrufen werden. Der Vollständigkeit halber sei hinzugefügt, dass dem Einsatz des Diktiergeräts am PC (als Wechselspeichermedium) natürlich nichts entgegensteht, obwohl es von uns unter dem Gesichtspunkt der computerunabhängigen Nutzung beworben wurde.

DAZ Diktiertechnik

12. Mai 2011

Schiebeschalter für Verschiebebahnhöfe

SchiebeschalterVor kurzem war die Welt noch richtig. Auf einen Blick konnte der Laie die Profiklasse der digitalen Diktiergeräte erkennen. Ein DPM 9600 oder ein DS-5000 hatte einen Schiebeschalter. Ein Gerät für das Sonntagsdiktat nicht.

Nun ist die Welt anders geworden. Mit dem DPM 9380 hat Philips die Königsklasse der Diktiergeräte geerdet. Olympus hat nachgezogen: Das DS-2800 kostet, sehen wir den Listenpreis, glatt 240 EUR weniger als das Spitzenmodell. Und hat einen Schiebeschalter!

Vor Jahren war uns ein simpler Fußschalter zur Diktatsteuerung schon einmal einen ganzen Artikel wert. 3-tastig. Schwarz. Mit einem Kabelanschluß zum PC und rutschfester Gummimatte am Bodenblech. Das gab tatsächlich etwas her.

Mit dem Schiebeschalter ist es nicht anders: Gleitet er unmerklich? Macht er Geräusche, wenn er eine bestimmte Funktionsposition erreicht? Ist er zu lang, zu kurz oder genau richtig für den deutschen Normaldaumen? Schiebt man ihn nach oben, um eine Aufnahme zu beginnen, oder schiebt man ihn nach oben und drückt zusätzlich einen Knopf? Oder drückt man zuerst den Knopf und schiebt dann? Eine Geschichte, in die man sich vertiefen kann, die aber immer wieder zurück kommt auf den Ausgangspunkt: Hat das Gerät einen? Oder hat es nicht?

Wenn uns nicht alles täuscht, hat uns Grundig diese unendliche Geschichte beschert. Mit den Verkaufszahlen, die der um die Jahrtausendwende selig entschlafene Konzern im analogen Diktiergerätegeschäft einst erreichte, etablierte er den Schiebeschalter als MUSS in der Spezies der Verwender. Eine Bewegung des Daumens wurde erlernt. Ein Gefühl eingeschliffen — wie das ist, wenn man diktiert, wie das sein MUSS, wenn man gut diktieren will. Und dafür auch teuer bezahlt.

Die beiden o.g. Geräte bringen eine neue Wendung in die Geschichte. Der Schiebeschalter, dessen Status angesichts der Reaktionsgeschwindigkeit digitaler Drucktastengeräte und des Anpassungsvermögens hochentwickelter Lebewesen durchaus diskussionswürdig wäre, verkommt zum Kaufsignal. Das DPM 9380 kann ebenso wenig wie das DS-2800 die Ansprüche professioneller Autoren erfüllen. Denn — entgegen allem Augenschein — taugt der Schiebeschalter als Professionalitätskriterium eben nicht.

Beim kritischen Blick auf die beiden konkurrierenden Produkte fällt zunächst auf, dass die Gebinde in Bezug auf die Software ihren professionellen Alternativen nicht stand halten. Das Olympus DS-2800 schneidet im Herstellervergleich der beigefügten Software etwas besser ab, weil die SpeechExec Standard-Software von Philips funktional auf das absolute Minimum von Download, Dateiliste und (großem) Wiedergabefenster beschränkt ist. Der Olympus DSS Player kann ein wenig mehr in Bezug auf Netzwerkverzeichnisse, und er kann erweitert werden auf den DSS Player Plus, der Dateimanipulationen zuläßt. Aber er bleibt die reduzierte Variante des DSS Player Pro, welcher deutlich mehr im Hinblick auf die Anpassung unterschiedlicher Arbeitsplätze, Automatisierung, “Dokumentenverwaltung” bietet und optional als Multiuser Lizenz für eine praktisch unbegrenzte Anzahl von Arbeitsplätzen zur Verfügung steht. Läßt man sich die Untrennbarkeit von digitalem Diktiergerät und Software einmal auf der Zunge zergehen, ist funktional eingedampfte Software ein Qualitätsabstrich. Im Falle der genannten Geräte widerlegt sie etwas, was der Schiebeschalter zunächst signalisiert.

Auch die Produktmerkmale der Hardware bzw. die Lieferumfänge bestätigen uns. An dieser Stelle schneidet nun Philips besser ab: Das DPM 9380 kann mittels Nachkauf bis zur Funktionalität des DPM 9600 aufgerüstet werden. Die fehlenden Akkus und die beim DPM 9380 eingesparte Dockingstation hält der Fachhandel ebenso wie die SpeechExec Pro Software vorrätig. Aber: Wer will das, nachdem er bereits für das 9380 in die Tasche gegriffen hat, bezahlen? Ein (zu) teurer Spaß.

Das DS-2800 von Olympus läßt sich nachträglich kaum mehr aufwerten. Die DSS Player Pro Software kann man zwar separat erwerben, wenn Bedarf daran entsteht. Und auch die Dockingstation oder die Akkus, die zum DS-5000 gehören. Nur: Die Steuerung des Diktiergeräts über die Dockingstation, die ein Alleinstellungsmerkmal von Olympus ist, funktioniert mit dem DS-2800 nicht. Die nachgekauften Akkus lassen sich nicht im Gerät laden. Und die Micro SD-Karte, die man am DS-5000 als eiserne Speicherreserve schätzt, bekommt man in das neueste Produkt des erfolgreichen Herstellers nicht hineingesteckt. Nein, zum DS-5000 verbiegt man ein DS-2800 nicht.

Was bleibt, ist der Schiebeschalter. “Anwalts Liebling”, wenn man ein wenig spitzzüngig ist. Den von Olympus finden wir — verliebt in feingängige Mechanik — immer noch einen Tick besser als den aus dem Hause Philips. Aber er bringt dem Vieldiktierer nicht, was er erwartet. Dieses Glanzstück der beiden Packages … rollengelagert … deutschland-daumen-kompatibel … dieses verflixte Ding.

14. September 2010

Informationsveranstaltungen und Workshops

Ab sofort bieten wir in unserem Räumen Informationsveranstaltungen zur digitalen Diktiertechnik an. Die Treffen finden jeweils am ersten und dritten Mittwoch des Monats zwischen 14:00 Uhr und 18:00 Uhr statt. In kleiner Runde werden die im Markt befindlichen Produkte vorgeführt, Vor- und Nachteile in Bezug auf den beabsichtigten Einsatzfall erörtert. Interessenten aus verschiedenen Unternehmen und Einrichtungen stellen ihre Anforderungen vor und öffnen auf diese Weise unterschiedliche Blickwinkel auf Hard- und Software.

Falls Sie uns besuchen wollen, sind Sie gern eingeladen. Die Veranstaltungen sind kostenfrei.

Wir bitten jedoch um unverbindliche Anmeldung. Faxen oder emailen Sie uns bitte dieses pdf-Formular.

Über uns:

Büroräume DAZ LindenstraßeDAZ
Diktiertechnik existiert seit 1996 als Spezialist für digitale Diktiertechnik.
Praktische Erfahrungen mit digitaler Sprachverarbeitung aus dem DAZ Teleoffice,
einem der ersten deutschen Online Schreibbüros, fliessen als Know-How ebenso
in die kompetente Beratung und Abwicklung ein wie regelmäßige Schulungen
durch die Hersteller, Messeteilnahmen und professionelle Auswertung der Fachpresse.
Seit Frühjahr 2003 ist DAZ Diktiertechnik OLYMPUS Voice Competence Center
und als solches für die Distribution der professionellen OLYMPUS Diktiergeräte
verantwortlich. Seit Anfang 2005 sind wir PHILIPS Master Digital Center und
als solches Vertriebs- und Ansprechpartner für den Fachhandel und Endkunden.

So finden Sie hin:
DAZ Diktiertechnik GmbH
Lindenstraße 18
10969 Berlin

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06. September 2010

Digitale Diktate einfach herunterladen und verteilen

Die Hersteller digitaler Diktiergeräte können Spagat: Bei der Entwicklung so überzeugender Modelle wie dem DPM 9600 oder dem DS-5000 sind die besten Diktiergeräte der analogen Welt stets der Maßstab in puncto intuitiver Bedienbarkeit. Bei der Entwicklung der Software für erfolgreiche digitale Modelle stehen dagegen oftmals die Anforderungen großer Unternehmen oder Einrichtungen mit komplexer IT-Infrastruktur Pate. In der Folge zählt allein das Handbuch des Olympus Dictation Moduls 223 Seiten, für das Transcription Modul und die Administration sind die Unterlagen nicht weniger umfänglich. Die Überlegung — nicht nur bei Olympus — scheint zu sein, dass das Mehr an Software, das Feintuning über mehrstufige Einstellungsdialoge für das Massengeschäft bei dieser Art von Kunden erforderlich — und für die mit geringeren Anforderungen zumindest nicht schädlich ist. Wir teilen diese Meinung nur bedingt.

Selbstverständlich haben die von den Herstellern angebotenen Diktatverwaltungsprogramme ihre Berechtigung. Wir empfehlen, verkaufen und installieren diese Programme, wenn der Workflow eines Kunden, sein Betriebssystem oder seine Systemumgebung sie erfordern. Wenn ein Spracherkennungsserver im Hintergrund werkelt, um mobil aufgenommene Diktate umzusetzen, Korrekturen an die Schreibkraft übergibt, die ihrerseits Druckfreigaben einer Reihe von Autoren erwartet, sind omnipotente Programme ein Muß. Und es ist natürlich so, dass nur diese Diktatmanagementsysteme auch die letzten Vorteile digitaler Diktiergeräte voll ausreizen können.

In entsprechenden Arbeitsumgebungen, in denen der Installations- und Pflegeaufwand Dritten zufällt, werden diese Vorteile dann automatisch genutzt. Automatisch meint hier: ohne eigens darüber nachzudenken oder als Anwender ausdrücklich darüber froh zu sein. Denn es sind ja schließlich Werkzeuge, derer man sich bedient; Werkzeuge benutzt man einfach nur.

Genau dies mag ein Grund sein, warum eine erstaunliche Anzahl von Diktierenden überhaupt kein Interesse daran hat, sich mit neu beschaffter Hardware und der zugehörigen Software auseinandersetzen. Diese Autoren sind für die Inbetriebnahme und den Gebrauch ihres Equipments selbst verantwortlich. Weshalb, fragen sie sich unserer Erfahrung nach, müssen wir uns mit einer funktional überbordenden Software befassen, wenn wir doch mit einem Kassetten-Diktiergerät auch schon alle anfallenden Arbeiten erledigen konnten? Wie kommt man nur auf die Idee, dass ich mir meine Diktate auf dem Rechner noch einmal anhören und Korrekturen in sie hineinsprechen möchte? Haben sich die Entwickler dieses Programms noch nie damit befaßt, wie man seriell diktiert? Können die sich nicht vorstellen, dass ich keinen Nerv für die nachträgliche Vergabe von 14 Prioritäten habe und bis zur Vorlage der Unterschriftenmappe gern auf Piepser verzichte, die mir Erledigungen im Sekretariat signalisieren? “Nicht einmal sehen möchte ich die für das Diktiergerät zuständige Software.”

An dieser Stelle zieht der alte Verkäuferspruch nicht: “Die Länge haben Sie umsonst.”

Daher haben wir ein Tool entwickelt, das nichts weiter macht, als den Arbeitsablauf vom Kassettendiktiergerät abzubilden. Ohne die unendlichen Zusatzoptionen einer professionellen Software, dafür klein, einfach und selbsterklärend. Der DAZ Audio Mover wird einmal installiert und überwacht fortan automatisch und im Hintergrund den USB-Anschluss eines PCs. Wird ein Diktiergerät (oder ein beliebiger anderer Massenspeicher — wie ein USB-Stick) an den Rechner angeschlossen, werden selbsttätig alle Diktatdateien auf einen bestimmten Ordner der lokalen Festplatte oder im Netzwerk heruntergeladen und — sofern gewünscht — vom Diktiergerät gelöscht. Die Funktionsweise entspricht dem, was man von analogen Diktiergeräten kennt: Kassette raus, der Sekretärin gegeben, neue Kassette rein, fertig.

Mehr kann der DAZ Mover nicht, mehr wünschen aber viele Anwender digitaler Diktiergeräte auch gar nicht: Die Diktate sollen dorthin, wo sie gebraucht werden und dann soll das Diktiergerät wieder einsatzbereit sein. Ohne einen Mausklick, ohne irreführende Einstellungsoptionen, ohne monatliche Updates, ohne speicherhungrige Systemprozesse und ohne 99 Anwendungsfälle, die man im Zweifel gar nicht erst versteht.

DAZ Diktiertechnik

10. März 2010

Pulse SmartPen – Der Film in Worten

Livescribe SmartPen

Digitale Diktiergeräte? Sie sind hier goldrichtig. Tatsächlich verkaufen wir digitale Diktiergeräte wie das DS-5000 oder das DPM 9600 nebst zugehörigem Arbeitsplatz für die Schreibkraft. Und gelegentlich auch ein DS-2400 oder ein Conference System 955. Vor allem diesen Geräten ist dieser Webauftritt gewidmet. Aber aktuell treffen Sie auf eine Ausnahme: den Pulse Smartpen. Ein Aufzeichnungsgerät, das der Profi links liegen lassen sollte – und welches uns trotzdem fasziniert.

Schon seit mindestens 5 Jahren beziehen wir regelmäßig Offerten zum Verkauf von Audio-Pens. Geschenkt! Asiatische Hersteller überbieten sich in der Entwicklung von Spielzeugen, die nicht einmal einem Diktiergerät in der Consumer Klasse das Wasser reichen. Ja, Töne werden aufgezeichnet. Gelegentlich auch in einem Format, das an gängigen digitalen Schreibplätzen wiedergegeben werden kann, wenn dem Stift die Schnittstelle zum PC nicht fehlt. Nur: Die Bedienelemente an den Stiften sind lausig. Entscheidet man sich für die Variante mit 3 MICRO(!)-Knöpfchen, um zwischen Diktaten zu manövrieren, träumt man von ordentlichen Diktiergeräten. Entscheidet man sich für nur einen Knopf (Aufnahme/KEINE Aufnahme), muß man dieselbe Traumarbeit leisten. Die Haptik eines Diktiergeräts ist nun einmal dem unablässigen Drücken der für den Diktierenden wichtigen Tasten angepaßt, die sich im übrigen auch nicht auf nur drei reduzieren ließen.

Finger, die den von der Hand über das Papier zu bewegenden Stift fixieren, fallen für die Steuerung bei der Produktion eines Diktats aus. AufnehmenZurückspulenKontrollhörenÜberschreiben oder Aufnahme fortsetzen sind keine mögliche Funktionsabfolge. Bestenfalls Aufnehmen läßt sich mit so einem Stift, der ein Mikrofon beherbergt. Aber warum steckt das Mikrofon in einem Stift? Ließe es sich nicht auch in einem Feuerzeug verbergen? In einem Radiergummi (stoßgeschützt!)? Oder doch in der Klammer der Schreibunterlage, beim Gespräch fest auf’s Gegenüber ausgerichtet, den Schreibtisch als Grenzfläche nutzend?

Die in den bislang bekannten Produkten kaum sinnfällige Verbindung von Schreiben und Audio-Aufnahme (Diktat) macht mit dem Pulse Smartpen einen Quantensprung. Dieser Stift, den man kaum noch so nennen mag, führt seine Konkurrenten mittels eines Konzepts vor, das mit ihm wirklich geworden ist und – das in der Wirklichkeit tatsächlich noch fehlte.

Wenn wir uns nur bei den Grundrechenarten aufhalten, sehen wir beim Pulse Smartpen vor allem eine Infrarotkamera, die das Mehr gegenüber anderen Audio-Pens ausmacht. Bei laufender Tonaufnahme zeichnet sie die Bewegungen des mit einer Kugelschreibermine ausgestatteten Stifts auf dem Papier auf, für gewöhnlich dürften das Vortragsmitschriften oder Notizen während einer Besprechung sein. Die synchronisierten Aufnahmen werden anschließend via USB vom Live Desktop, dem mitgelieferten Softwareprogramm, entgegengenommen. In ihm finden sie als elektronische Seiten in “Notebooks” Platz. Per Doppelklick geöffnet, werden die Mitschriften samt Ton erlebnisgetreu von Anfang bis Ende wiedergegeben. Einerseits. Andererseits kann mit der Maus ein visualisiertes Element angesprungen und dessen akustisches Umfeld wahrgenommen werden. So gewinnt die Technik der “Indexmarkierungen”, die in professionellen Diktaten verwendet wird, eine bislang unerreichte Qualität: Die Markierung selbst ist kein technisches Symbol mehr im Sinne eines Dreiecks oder einer farblichen Markierung, sondern ein Wort oder ein ganzer Satz, die assoziationsreicher sind und uns “näher liegen”. Darüber hinaus entfällt die Einschränkung für die Zahl der Markierungen, die für professionelle Diktiergeräte, welche im DSS Pro Format aufzeichnen, gilt: Jedes Wort, das mitgeschrieben wird, stellt einen Index dar. Damit ist der fortlaufenden Wiedergabe eines Ereignisses eine präzise Wahlmöglichkeit für Wichtiges zur Seite gestellt.

Zum Überflieger ist das Produkt von Livescribe für uns aber aus einem ganz anderen Grunde geraten. Noch vor der Synchronisation und Digitalisierung von Handschrift und Ton begeistert am Pulse Smartpen die Konsequenz, mit der er als Eingabegerät funktioniert. Die Kamera, welche zu Papier gebrachte Worte für den Rechner erfaßt, kann nämlich auch Symbole interpretieren. Wird mit dem Stift auf eines der von Livescribe vorgegebenen Symbole getippt, startet eine Aufnahme, spielt ab, springt zurück u.a.m. Die gedruckten “Bedienelemente” finden sich auf den zum Stift erhältlichen oder mit einem 600 dpi Drucker selbst ausdruckbaren Notizblöcken. So werden die weiter oben beschriebenen konzeptionellen und ergonomischen Grenzen anderer Audio-Pens ohne viel Aufhebens überschritten: Es ist nicht nachdenkenswert und kommt einem schon nach kurzer Zeit sooo selbstverständlich vor, diesen raffinierten Griffel mit kurzem Schwenk auf einen definierten Punkt in den gewünschten Betriebszustand zu versetzen. Zumindest bei uns, die wir uns seit Jahren eigentlich mit professionellen Diktiergeräten befassen, sorgt das für den Widerhall, etwas Neues gesehen zu haben.

Die Einbindung in einen Workflow oder erweiterte Möglichkeiten zur Veränderung von Aufnahmen und anderes mehr gibt es bei diesem tollen Produkt (noch) nicht; selbst die Hardware könnte weiter optimiert werden. Als ständigen Begleiter Ihrer Meetings, als vorzügliches Werkzeug für Studenten und als Offenbarung für digital geerdete Freaks empfehlen wir es allemal.

DAZ Diktiertechnik

22. Januar 2010

Welches Diktiergerät passt?

Olympus DS-5000Ein digitales Diktiergerät? Schwarz? Oder silber? So einfach könnte die Kaufentscheidung für die Aufnahmeprofis DS-5000 oder DPM 9600 fallen, die beide den technologischen Stand der Zeit abbilden und hervorragend verarbeitet sind.

Beim zweiten Blick ist das Geschmacksurteil verblaßt. Die Datenblätter der Hersteller referieren Funktionen, die Käufer ohne Erläuterung nicht wirklich bewerten können oder die von vornherein nicht vergleichbar sind. Der fachkundige Händler verdeutlicht einem in freundlichster Aufgeschlossenheit, dass man gewiß ein routinierter Autor sei, JETZT aber doch einmal über die Funktionen nachdenken müßte, die im Schreibprozeß wichtig sind. Über Strukturen. Über sich selbst, die Schreibkraft und das eventuell eingesetzte Sprachverarbeitungsprogramm. Anschließend über die zu den sich ergebenden Anforderungen passende Hardware. Und schlußendlich: die geeignete Software.

Das ist, so aufregend es klingt, durchaus seriös. Mindestens diejenigen, die sich erstmals mit digitalen Diktiersystemen befassen, profitieren von Hinweisen,  die den Nutzen einer höheren Datentransferrate, einer zusätzlichen internen SD Karte und verzeichnisorientierter Diktatablage (alles OLYMPUS DS-5000) oder Sprachbefehlen, informativen LED Statusmeldungen sowie Schlüsselwörtern (alles PHILIPS DPM 96×0) erkennen lassen. Mittelgroße Ausschreibungen brauchen für die Erhebung relevanter Daten inzwischen zwölfseitige Exceltabellen — und das sollte sogar gestandene Nutzer digitaler Diktiergeräte aufmerken lassen, die Neuanschaffungen planen: Die Systeme sind komplexer geworden, die Differenzen einzelner Komponenten subtiler. Pauschal läßt sich kaum mehr über die unserer Meinung nach führenden Angebote von OLYMPUS oder PHILIPS urteilen.

Mit einer Ausnahme, die das Vertriebsmodell bei der Software zur Diktatverwaltung betrifft: OLYMPUS vertreibt seinen für größere Installationen geeigneten DSS Player Pro bislang ohne Aufpreis innerhalb der Standard Packages für DS-3400, DS-5000, DS-5000 ID und DR-2000 Kit. PHILIPS dagegen hat sein SpeechExec Pro, welches den professionellen Diktiergeräten beiliegt, im Funktionsumfang deutlich beschnitten. Laut Hersteller wird für Arbeitsgruppen mit mehr als 10 Mitgliedern SpeechExec Enterprise empfohlen; für bestimmte Betriebssystemumgebungen ist es unentbehrlich. Dafür fallen dann jedoch nicht unerhebliche Extrakosten an.

Vielleicht rufen Sie uns auf dieser Grundlage einmal an: Wir dividieren die Möglichkeiten (und Unmöglichkeiten) digitaler Sprachverarbeitung gern mit Ihnen auseinander und halten uns kürzer als weiter oben angedroht. Unser Ziel ist es jedenfalls, Ihnen die Ihren Anforderungen entsprechende Lösung zu verkaufen und auch anschließend noch einen vorbildlichen Support zu bieten.

DAZ Diktiertechnik

15. Juni 2009

OLYMPUS DS-4000 – der heimliche Star

Über die Boliden digitaler Diktiergeräte gibt es derzeit kaum Streit: Die DPM 9600 und 9620 verkörpern den Innovationsschub, den PHILIPS vor fast 2 Jahren in den Markt brachte und waren zugleich die Matrix für so gültige Geräte der DPM III Produktlinie wie das DPM 9500 oder das CRS 955. Die DS-5000 oder DS-5000 ID von OLYMPUS gehen lästerlich schon einmal als Kopien der PHILIPS Geräte durch, bringen gleichwohl aber originäre Merkmale mit und verbuchen als technisch gleichwertiger Wettbewerb immerhin den Vorteil kostengünstiger Software für Großinstallationen bei sich. Denn der DSS Player Pro R 5.x zählt zum Standard-Lieferumfang der OLYMPUS Professional Dictation Systems Geräte und ist für Installationen jeder Größenordnung geeignet, wohingegen PHILIPS die Software SpeechExec Pro nur für Installationen von bis zu 10 Anwendern im Netzwerk empfiehlt. Für größere Installationen wird SpeechExec Enterprise – mit Mehrkosten – nahe gelegt. So weit, so gut – und Stoff für einen späteren Beitrag, in dem Vor- und Nachteile beider Konzepte abzuwägen wären.

Dem DS-4000 von OLYMPUS fällt kein Neuigkeitswert anheim. Dieses Diktiergerät setzte vor etwa 4 Jahren einen Meilenstein im Markt für professionelle Autoren, dem der sogenannten “Vieldiktierer”. Es kam mit einem erstklassigen Schiebeschalter daher, wies die PC-relevanten Merkmale der HID-, USB-Storage und USB-Audioclass auf und konnte unter ergonomischen Gesichtspunkten zweifelsohne als Credo der bisher produzierten Diktiergeräte beworben werden.

Erstaunlicherweise verkauft sich das DS-4000 trotz der technisch fortgeschrittenen Nachfolger in den tausender Stückzahlen der vergangenen Jahre. Als OLYMPUS Distributor erkennen wir keinerlei Absatzschwäche eines Diktiergeräts, das eigentlich für den Abverkauf bestimmt ist. Das Gegenteil ist der Fall: Es ist keine Ausnahme, dass Kaufentscheidungen gegen die neuesten Modelle getroffen werden.

Einerseits ist das sicherlich der Nachkaufmentalität großer Einrichtungen geschuldet. Es ist üblich, dass IT-Verantwortliche auf die Homogenität des eingesetzten Equipments achten. 500 OLYMPUS Arbeitsplätze führen – so gesehen – zu 80 weiteren. Der Administrationsaufwand bei der nachträglichen Einbindung geht gegen Null. Andererseits scheinen – sehr fortschrittliche – Weiterentwicklungen von Diktiergeräten in der Praxis auf Pragmatiker zu treffen, die sich die erlaubte Frage stellen, wozu sie das alles brauchen.

Die neuesten und am weitesten fortgeschrittenen Diktiergeräte von OLYMPUS und PHILIPS zeichnen sich in ihren Standard Packages u.a. durch die Aufnahme im DSSPro-Format, bessere Akku-Laufzeiten und größere Speicherkapazitäten für Diktataufnahmen aus. Wir alle finden das schön. Eine erstaunliche Kundenmehrheit votiert aber offensichtlich für ein alltagstaugliches Diktiergerät, das längst alle Kinderkrankheiten überstanden hat und morgens bedenkenlos angeschaltet wird – zum Diktat. Wer könnte das nicht verstehen? Warum also nicht noch heute zum DS-4000 greifen?

Das DS-4000 wird im Standard-Package mit der vista-kompatiblen Software DSS Player Pro R 4.x geliefert. Sollten Sie eine frühere Softwareversion als 4.10.3 einsetzen, empfiehlt sich das Update unter P4UP103GR.exe

07. Mai 2009

Interview – DAZ Diktiertechnik über den Zuschlag bei der Justiz Nordrhein-Westfalen

Carsten Schulthes ist Geschäftsführer der DAZ Diktiertechnik GmbH in Berlin. Das Unternehmen hatte sich seinerzeit als bundesweit erster auf den Verkauf von digitalen Diktiergeräten spezialisiert, betreibt im Auftrag eines Herstellers die Distribution professionellen Equipments und betreut zahlreiche Großkunden ebenso wie Einzelanwender im Direktgeschäft. Die DAZ Diktiertechnik GmbH ist zertifizierter Philips Master Digital Center.

Carsten Schulthes

Carsten Schulthes

Voice: Herr Schulthes, wann haben Sie das letzte Mal gefeiert?
Carsten Schulthes (CS): Wenn Sie so fragen, spielen Sie mit Sicherheit auf den Zuschlag an, den die Justiz von Nordrhein-Westfalen vor einigen Wochen für die Lieferung von Diktiergeräten erteilt hat.

Voice: Den bedeutendsten Zuschlag, den es im Markt digitaler Diktiersysteme bislang gab.
CS: Ich habe mich knapp sechs Jahre mit dem Projekt befasst und gebe zu, dass ich abends ein Gläschen Sekt auf die Entscheidung trinken musste.

Voice: Die von Ihnen beratene Bechtle AG hat den Zuschlag erhalten. Eher ein Noname im Diktiergeräte-Markt…

CS: …aber einer der bedeutendsten IT-Dienstleister Europas, der zudem im öffentlichen Dienst Nordrhein-Westfalens ein ausgezeichnetes Standing hat. Ein Projekt, das sicherlich 15.000 Computer Arbeitsplätze betrifft, kann man nur mit demjenigen gewinnen, der die IT-Infrastruktur kennt und beherrscht – und von daher attraktive Serviceleistungen erbringt. Das ist zweifelsohne eine Sache des Preises; allerdings eingedenk der Tatsache, dass ein Auftraggeber sich am leichtesten auf einen bereits vertrauten Dienstleister einlässt. Die in den Jahren zuvor erbrachten Dienstleistungen machen aufgerufene Preise sozusagen verständlich.

Voice: Alles nur Fragen der Infrastruktur und der IT-Services? Welche Rolle spielten unsere Diktiergeräte bei dem Erfolg?
CS: Die haben gewonnen; aber darauf wollten Sie vermutlich nicht hinaus. Zunächst einmal: Natürlich stammt die Vorgabe, IT-Prozesse anzustoßen und Services zu verkaufen, von den Herstellern digitaler Diktiergeräte selbst. Beim einzelnen Anwender mag man sich noch über die Tatsache täuschen, dass man keine Hardware verkauft. Aber schon ein kleines Netzwerk weckt einen manchmal unsanft auf. Bei Gruppen von 50 und mehr Anwendern haben die EDV-Verantwortlichen für gewöhnlich wenig Interesse am Eingabegerät. Da steht die Integration der Softwarekomponenten in bestehende Systemumgebungen oder Anwendungen im Vordergrund oder manchmal auch die Veränderung dieser Rahmenbedingungen. Das ist äußerst problematisch, weil das Diktiergerät, mit dem die Händlerschaft Verkäufe ursprünglich initialisierte und das beim Anwender möglicherweise noch immer im Vordergrund steht, zur Nebensache wird.

Voice: Für Entscheidungen in der Privatwirtschaft mag das gelten. Öffentliche Ausschreibungen haben unter diesem Gesichtspunkt den Vorzug einer Bewertungsmatrix, die das Diktiergerät kaum aussparen kann.
CS: Jetzt könnten wir stundenlang über die Entstehung einer solchen Matrix reden. Ich meine, dass sie im Regelfall von fachlichen Laien unseres Marktes erstellt wird und vermeintliche Notwendigkeiten impliziert. Aber bleiben wir positiv: In der Justiz NRW fiel die Entscheidung für Philips Diktiergeräte aus meiner Sicht im akribischen Abgleich ihrer Merkmale mit denen des Workflows und des Spracherkennungsprogramms. Die digitale Sprachverarbeitung wurde von Anbeginn als Prozess gesehen, in dem heterogene, unter Umständen von unterschiedlichen Herstellern gefertigte Produkte, so reibungslos wie möglich zusammen arbeiten müssen. Hinzu kam, dass sich Routiniers der richterlichen Praxis leidenschaftlich in das Thema eingearbeitet haben und leere Verkaufsversprechen erkennen konnten. Die Devise lautete: Den etablierten analogen Prozess bestmöglich abzubilden, um das für das Bundesland beste Ergebnis zu erzielen.

Voice: Mit welchen Gerätemerkmalen konnten wir am besten punkten?
CS: Ich glaube, dass einige Details eine Rolle spielten wie beispielsweise die Flexibilität der Schiebeschalterbelegung, die Bedienungslogik bei mit dem Digital Pocket Memo 9600 gesetzten Indexmarkierungen oder der Zeitraum, der verstreichen kann, bis die Geräte in den Energiesparmodus zurückfallen. Philips hat die Anforderungen der Projektgruppe über die Jahre sehr aufmerksam zur Kenntnis genommen und meines Erachtens auch in die Konzeption der Digital Pocket Memo 9600 Serie einfließen lassen. Darüber hinaus mag es auch nicht unbedeutsam gewesen sein, dass in der Ausschreibung gar nicht gefragte Produkte wie die LAN Dockingstation zu dem Philips Portfolio zählen. So etwas stärkt das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit eines Anbieters ganz ungemein.

Voice: Läßt sich das Ergebnis in der Justiz NRW reproduzieren? Wird es Einfluss auf die Entscheidungen anderer Einrichtungen im Öffentlichen Dienst haben?
CS: Pauschal möchte ich das verneinen: Es gab eine konkrete Anforderung und eine Lösung, die offensichtlich sehr gut dazu passte. Vor allem bei der Software zur Diktatverwaltung aber auch bei der Hardware können sich konkurrierende Produkte unter anderen Anforderungen sicherlich ebenso gerechtfertigt durchsetzen. Andererseits fordert eine Realisierung dieses Umfangs im größten Bundesland derzeitige und künftige Projektleiter natürlich zum Vergleich heraus. In Bezug auf die umfassende und präzise Erfassung der Anforderungen und die ergebnisorientierte Prüfung verfügbarer Produkte ist das zu wünschen.

(erschienen im Philips Kundenmagazin “Voice”)

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